@Sugga-DILF Du machst Milchmädchenrechnungen auf. Ich habe da aber gar nichts dagegen, ich mag solche Überlegungen. Ob die von dir getroffenen Prämissen aber haltbar sind, ist sehr fraglich, so z.B. schon die von dir wegen ihrer Kaufkraft ins Feld geführten Top 1%. Handeln diese Männer aber tatsächlich so, wie du herleitest? Ist es nicht vielmehr so, dass die aufgrund ihres gesellschaftlichen Statuses am wenigsten beim Aufsuchen eines Puffs gesehen werden wollen oder sich Damen heimkommen lassen wollen? Handeln die nicht völlig anders als "wir Pöbel" :-)
Vermögende halten sich "Models". Ich habe durch den Wink des Schicksals (ohne zu weit auszuholen) mal vor vielen Jahren etwas Einblick erhalten, der mich aus der damaligen Naivität gerissen hat. So sind viele Modelagenturen Frontend tatsächlich Modelagenturen und Backend Escortstrukturen. Ein ehemaliger Geschäftspartner von mir war mal dabei, wie ein internationaler Star während seines Besuchs Damen einer dieser Modelagenturen "zugeteilt" bekommen hat. Auch Spielerfrauen kommen ja irgendwo her und nicht aus dem Nichts. Was ich sagen will, die Top 1% brauchen die Strukturen, die du und ich hier nutzen, nicht. Die haben ihre ganz eigenen gut geölten Strukturen und Frauen, zu denen wir hier keinen Zugang haben, und die zahlen zuvorderst für Diskretion.
Abgesehen davon bestreitet wohl eh niemand, dass nicht nur die Charlie Sheens dieser Welt bei Heidi Fleiss und anderen Ringen Zehntausende Dollar pro Treffen für Frauen bezahlen. Auch die berühmten Porta Potty Partys in Dubai und sonstwo, wo Superreiche locker mal 80.000 USD für eine Frau zahlen, wenn die sich den versautesten (vielleicht lebensgefährlichen) Prozeduren unterzieht (wobei die Summe für den Ölscheich in Relation wahrscheinlich nicht mal so viel ist, wie wenn man drei oder vier Kommastellen für uns verschiebt, also 80 Euro oder 8 Euro für uns), haben da kaum Aussagekraft ... es sind eben Ausreißer nach oben.
Es gab freilich auch die Welt auf der anderen Seite. Wien vor über einem Jahrhundert im Fin de Siecle war ein El Dorado in der Hinsicht. Wien war damals lange vor Babylon Berlin die Weltprostitutionsmetropole. Ich merke mir leider Zahlen aus Dokus und Büchern schlecht, es war aber eine unfassbare Anzahl von Prostituierten, ein Vielfaches von heute. Und man muss dazu sagen, dass aufgrund der Armut fast jedes Wäschermädl sich auch prostituiert hat. Natürlich sollte man über "El Dorado" nochmals nachdenken, wenn man bedenkt, welche unfassbaren Zustände da geherrscht haben, so war das "Süße Wiener Mädel" tatsächlich ein Mädel, ein Kind, oft 12-jährige, man denke an Peter Altenberger oder die erst 13j. Mutzenbacher oder daran, dass das 5. oder 6. nicht mehr ernährbare Kind dieser Frauen dann einfach im Winter zum offenen Fenster gelegt wurde, damit es an Lungenentzündung "von selbst" stirbt, ohne dass man Hand anlegt und man dann dran ist ... man darf froh sein, dass es dieses "El Dorado" nicht mehr gibt.
Es geht aber weniger um die Ausreißer nach oben als auch nach unten, sondern vielmehr um den heute noch halbwegs breiten Mittelstand, der die üblichen Prostitutionsstrukturen in heutiger Form erhält. Und da verorte ich einfach eine zunehmend anwachsende Schieflage, indem ich Tarife und Einkommen gegenüberstelle. Und diese Schieflage lässt sich mit Milchmädchenrechnungen und Spekulationen halt auch nicht wegdiskutieren. Bei alledem geht es auch nicht in concreto um mich (ich bin happy und finde immer das Passende), sondern um eine allgemeine Markt- und Gesellschaftsbeobachtung, die uns annähernd alle betrifft.